Beratung

Schülerinnen und Schüler systematisch und regelmäßig zu beraten, ist ein wichtiger Bestandteil im Prozess der Berufs- und Studienorientierung.
Beratungstätigkeit in der Schule ist grundsätzlich ebenso wie Unterrichten, Erziehen und Beurteilen Aufgabe aller Lehrerinnen und Lehrer (§ 5 Abs. 1 und § 9 Abs. 1und 3 ADO – BASS 21 – 02 Nr. 4).
Sie bezieht sich vor allem auf die Beratung von Schülerinnen und Schülern sowie von Erziehungsberechtigten über Bildungsangebote, Schullaufbahnen und berufliche Bildungswege einschließlich der Berufs- und Studienorientierung. Zudem umfasst sie die Beratung von Schülerinnen und Schülern sowie Erziehungsberechtigten bei Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten.

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Wirksame Beratung im Bereich der beruflichen Orientierung ist dabei auf die Zusammenarbeit aller Beteiligter angewiesen: Jugendliche, Lehrkräfte, Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit und Hochschulen, Eltern und weitere am BO-Prozess Beteiligte wie z. B. Fachkräfte für Schulsozialarbeit und Partner öffentlicher Institutionen wie die IHK oder HWK.

Erfolgreiche Beratung erfordert einen entsprechenden Rahmen und die Verabredung zu einem systematischen und kontinuierlichen Austausch:
Die Schulen beraten alle Schüler/-innen und Schüler ab dem 8. Jahrgang jeweils halbjährlich individuell zu ihrer Berufs- und Studienorientierung und Lernfortschritten. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler ihren bisherigen Prozess der Berufs- und Studienorientierung reflektieren und darauf aufbauend die weiterführenden Schritte für die anstehenden Phasen in den Blick nehmen. Hierdurch erlangen sie zunehmend Entscheidungskompetenz.

Daher ist die halbjährliche Vereinbarung von Entwicklungszielen empfehlenswert, auch unter Beteiligung der Eltern. Die Gespräche und Vereinbarungen sollen im Portfolioinstrument (z. B. Berufswahlpass NRW) dokumentiert werden.

    Entwicklungsplangespräche an den Hauptschulen - ein gelungenes Beispiel für schulische Beratung
    Entwicklungsplangespräche im Rahmen des Netzwerks „Pro Düsseldorfer Hauptschulen“

    Auf Initiative der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Agentur für Arbeit Düsseldorf wurde 2009 die Gründung des „Netzwerks Pro Düsseldorfer Hauptschulen“ besiegelt. In einer gemeinsamen Erklärung verpflichteten sich die Netzwerkpartner, den Übergang von der Schule in Ausbildung, Qualifizierung oder Beschäftigung einer jeden Hauptschülerin oder eines jeden Hauptschülers gemeinsam und nach Kräften zu begleiten und zu fördern. Kernelement bilden die Entwicklungsplangespräche:

    Die Schülerinnen und Schüler in den Klassen 9 und 10 führen einmal im Halbjahr mit der Beratungskraft der Agentur für Arbeit und der Klassenleitung gemeinsam ein Gespräch über den individuellen Entwicklungsstand im Bereich der Berufsorientierung. So ergänzen sich schul- und arbeitsmarktrelevantes Wissen optimal. Die Klassenleitung kennt den Jugendlichen genau, die Beratung der Agentur steuert das fachliche Wissen über Förder-, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bei. Die Gespräche konzentrieren sich vor allem auf die Stärken und Neigungen der Schülerinnen und Schüler.

    Die Ergebnisse des Gesprächs werden ebenso wie gemeinsam vereinbarte Entwicklungsziele dokumentiert und in einem speziellen Portfolio für jeden Jugendlichen aufbewahrt.

    Auch Schulsozialarbeiter, Berufseinstiegsbegleiter und weitere Netzwerkpartner können und sollen am Beratungsprozess beteiligt werden. Das Portfolio gibt jederzeit einen Überblick über erfolgte Aktivitäten und ist sinnvolle Hilfe bei  Bewerbungsverfahren.

    Im Vorfeld wird ein von den Netzwerkpartnern konzipierter Vertrag mit den Jugendlichen und deren Eltern geschlossen: Wer eine gezielte, individuelle und oftmals zeitintensive Förderung erhalten will, muss auch die Bereitschaft zeigen, mitzuarbeiten. Zudem erhalten alle am Orientierungsprozess Beteiligten Zugriff auf die Dokumentation, um zielgerichtet beraten zu können. Dafür bedarf es der Erlaubnis der Eltern (Information und Datenschutz).

    Die Resonanz seitens der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern, der Lehrerschaft und der Agentur für Arbeit ist durchweg positiv: Die Jugendlichen fühlen sich mit ihren Problemen, Ängsten und Unsicherheiten angenommen und erhalten die nötige Unterstützung. Die Klassenleitungen haben endlich Zeit, in Ruhe mit jedem ein Gespräch zu führen. Die Berater der Agentur für Arbeit können zielgerichtete und passende Angebote für die Schülerinnen und Schüler erstellen.

      Ab dem 9. Jahrgang stoßen die Angebote der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zur schulischen Beratung dazu. Die Beratungsfachkräfte unterstützen die Jugendlichen in ihrem individuellen Berufsorientierungsprozess. Die Schülerinnen und Schüler werden, abgestimmt mit den Aktivitäten der Schule zur Berufswahlvorbereitung, durch die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Arbeitsagenturen über Möglichkeiten im Anschluss an einen Schulabschluss der Sekundarstufe I bzw. der Sekundarstufe II informiert. Darüber hinaus gibt es individuelle Beratungsangebote der Berufs- bzw. Abi-Beratung der Bundesagentur für Arbeit (BA).

      Schüler/-innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf erhalten von Fachkräften der Reha-Beratung eine gesonderte Betreuung.

      Jede Schule wird von einer Beratungsfachkraft der BA betreut. Die Angebote (individuelle Beratung der Jugendlichen, Teilnahme an Elternabenden und Elternsprechtagen, Besuch des BIZ u.a. ) der BA werden jährlich in einer Kooperationsvereinbarung festgehalten.
      Als Beratungsorte kommen die Agentur für Arbeit oder die Schule infrage.
      Ein Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) lohnt sich für Jugendliche und Erziehungsberechtigte auf jeden Fall (Agentur für Arbeit Düsseldorf, Grafenberger Allee 300, 40237 Düsseldorf).

      Studienberatung ist Teil der Studienorientierung der Sek II. Um die konkreten Vorstellungen zu Beruf und Studium auf ihre Umsetzbarkeit hin zu überprüfen, helfen die verschiedenen Angebote der Studienberatung weiter.
      Sie geben Antworten u.a. auf folgende Fragen:

            • Wie funktioniert überhaupt ein Studium?
            • Welche unterschiedlichen Hochschulen und Studiengänge gibt es?
            • Welches Studienfach führt zu welchen Berufsbildern?
            • Ist es sinnvoll, erst eine Ausbildung zu machen und dann zu studieren?
            • Wo kann ich mich individuell und konkret beraten lassen?
            • Angebote zur Studienberatung der örtlichen Hochschulen Standardelement Studienorientierung


      Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Fragen!

      Ansprechpartnerin:

      Ute Wettschereck, Kommunale Koordinierung Düsseldorf, Schulamtskoordinatorin
      0211 – 926100
      ute.wettschereck@duesseldorf.de