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Potenzialanalyse

Potentialanalyse / © pch.vector / Freepik
Die Potenzialanalyse in der 8. Klasse ist der Einstieg in die Berufliche Orientierung von KAoA. Sie …

findet einen Tag lang bei einem Bildungsträger statt

beinhaltet verschiedene handlungsorientierte Aufgaben

unterstützt Jugendliche, ihre individuellen Stärken und Neigungen zu entdecken

Rahmenbedingungen
Die eintägigen Potenzialanalysen finden im ersten Halbjahr der 8. Klassen statt. Sie werden von außerschulischen Bildungsträgern mit qualifiziertem, pädagogischen Personal durchgeführt.
Für Schüler*innen und Schüler mit den Förderschwerpunkten LE und ESE wird eine  zweitägige Potenzialanalyse angeboten (s. u.). Jugendliche mit anderen Förderschwerpunkten können an der Potenzialanalyse von KAoA-STAR teilnehmen.

Inhalte
Die Potenzialanalyse enthält verschiedene Übungen aus berufsbezogenen Handlungssituationen. Sie ist wissenschaftlich fundiert und wird mittels standardisierter, empirischer Verfahren ausgewertet.

Auswertung
Die Ergebnisse der Potenzialanalyse werden in einem individuellen Auswertungsgespräch von etwa 30 Minuten Länge mit den Schülerinnen und Schülern besprochen. Zudem erhalten die Jugendlichen ein ausführliches Zertifikat über ihre persönlichen Stärken.
Die Eltern sind herzlich eingeladen, an den Gesprächen teilzunehmen.

Ziele der Potenzialanalyse
Zentrales Ziel ist es, dass die Schüler*innen, über Selbst-
und Fremdeinschätzungen ihre eigenen Potenziale und Stärken erkennen und einen ersten Bezug zur Lebens-
und Arbeitswelt herstellen – unabhängig von geschlechts-spezifischen Rollenerwartungen.
Dabei werden u. a. personale Potenziale beobachtet (z. B. Motivation/Leistungsbereitschaft, Kreativität) sowie soziale (Empathie, Hilfs- und Kooperationsbereitschaft …) und

methodische Potenziale (Problemlösekompetenz, Fähigkeit zur Sachanalyse, rechnerisches Denken …).
Das Ergebnis der Potenzialanalyse stellt keine Empfehlung für einen bestimmten Beruf dar, sondern ist als Einstieg in eine systematische Berufliche Orientierung zu verstehen. Es fördert die Selbstreflexion und die Selbstorganisation der Jugendlichen, auch mit Blick auf ihre beruflichen Entscheidungs- und Handlungskompetenzen.

Vor- und Nachbereitung in der Schule
Die Potenzialanalyse wird in der Schule, z. B. mit den Arbeitsblättern im Berufswahlpass NRW, vor- und nachbereitet. Das Zertifikat der Potenzialanalyse wird im Berufswahlpass abgeheftet. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse werden u. a. im ersten schulischen Beratungsgespräch reflektiert und dienen als Vorbereitung für die Auswahl der Berufsfelderkundungen.

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Praxishilfen zur Organisation und Durchführung
Einwilligungserklärungen und Elternbriefe

Einwilligungserklärung der Eltern
Die Einwilligung der Eltern ist vor der PA verpflichtend einzuholen und 5 Jahre lang in der Schule aufzubewahren. Übersetzungen der Einwilligungserklärung in weitere Sprachen sind unten zu finden.
Die Einwilligungserklärung ist sowohl für die 1-tägige Potenzialanalyse als auch für die 2-tägige Potenzialanalyse (für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt LE und ESE) gültig.

Elterninformation zur eintägigen Potenzialanalyse

Elterninformation zur zweitägigen Potenzialanalyse

Einwilligungserklärung in weiteren Sprachen:

Einwilligungserklärung PA_Arabisch

Einwilligungserklärung PA_Englisch

Einwilligungserklärung PA_Farsi

Einwilligungserklärung PA_Polnisch

Einwilligungserklärung PA_Rumänisch

Einwilligungserklärung PA_Russisch

Einwilligungserklärung PA_Serbisch

Einwilligungserklärung PA_Türkisch

Düsseldorfer Potenzialanalyse

Ab dem Schuljahr 2019/20 nehmen alle Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler, die die 8. Jahrgangsstufe besuchen, an der migrationssensiblen Düsseldorfer Potenzialanalyse teil.

Die Düsseldorfer Potenzialanalyse beginnt mit einem zielgruppengerecht formulierten Interessenfragebogen, auf dem die Schülerinnen und Schüler ihre (beruflichen) Interessen bewerten können. Im Anschluss folgen sechs handlungsorientierte Übungen, die in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit durchgeführt werden. Die Übungen sind für die Beobachtung einer großen Bandbreite von Potenzialen konzipiert worden und können z. T. schulformspezifisch differenziert werden.

Die Potenzialanalyse ist jedoch nicht als Hinführung zu einer Berufswahlentscheidung zu verstehen, sondern eher als pädagogischer Impuls für den späteren Berufswahlprozess.

Wissenschaftliche Grundlagen:
Die theoretische Grundlage der Düsseldorfer Potenzialanalyse bildet das RIASEC-Modell des amerikanischen Psychologen John L. Holland. Der Begriff RIASEC setzt sich, wie die nachstehende Grafik zeigt, aus den Initialen von sechs beruflichen Interessenbereichen zusammen und lässt sich den 16 Berufsfeldern der Bundesagentur für Arbeit zuordnen.

Die Düsseldorfer Potenzialanalyse wurde, in Anlehnung an die Theorie Hollands, unter der Maßgabe entwickelt, dass Potenziale von Jugendlichen berufswahlrelevant sind, wenn Handlung und Motivation/Interesse der*des Jugendlichen kongruent sind. Eine vorliegende Kongruenz beugt Ausbildungs- und Studienabbrüchen vor und trägt zu beruflicher Zufriedenheit bei.
Daher spielt auch die Selbst- und Fremdeinschätzung bei der Düsseldorfer Potenzialanalyse eine große Rolle. Nach jeder Übung bewerten die Jugendlichen ihre Leistung anhand von verschiedenen Kriterien. Diese Selbsteinschätzungen werden mit den Beobachtungen während der Potenzialanalyse (Fremdeinschätzung) abgeglichen und bei der Vorbereitung bzw. Durchführung des Auswertungsgesprächs berücksichtigt.

Kompetenzen und Potenziale:
Neben den RIASEC-Bereichen können mit der Düsseldorfer Potenzialanalyse personale, soziale und methodische Kompetenzen, denen jeweils verschiedene Fähigkeiten zugeordnet sind, beobachtet und erfasst werden. Die Übungen sind so entwickelt worden, dass alle Kompetenzen mehrfach beobachtet und beurteilt werden können.

Die Düsseldorfer Potenzialanalyse als best practice:
Im Rahmen der Zwischenbilanz von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ kürte die Landesregierung NRWs die Düsseldorfer Potenzialanalyse zum beispielhaften Verfahren und unterstreicht damit den hohen Qualitätsanspruch der berufsorientierenden Bildungslandschaft Düsseldorf:

Düsseldorfer Potenzialanalyse als Best-Practice-Beispiel für das KAoA-Standardelement 4

Offizielle KAoA-Zwischenbilanz des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales

Weiterentwicklung der Düsseldorfer Potenzialanalyse:
Zum Schuljahr 2016/17 wurde die Düsseldorfer Potenzialanalyse sprach-, kultur- und migrationssensibel überarbeitet, um den unterschiedlichen Lebenswelten, Ressourcen und Bedarfen der Schülerinnen und Schüler noch gerechter zu werden.

Zur Erreichung dieses Ziels wurde innerhalb der Landeshauptstadt Düsseldorf ein Team zusammengestellt, das sich ein knappes Jahr mit dem Thema beschäftigte. Unter der Federführung der Vodafone Stiftung wurde die dazu erforderliche Fachexpertise in einem multiprofessionellen Team gebündelt und über die wissenschaftliche Leitung durch Frau Prof. Dr. Petra Lippegaus-Grünau von der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld gesichert. So arbeiteten die Kommunale Koordinierung und das Kommunale Integrationszentrum seitens der Landeshauptstadt Düsseldorf mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft sowie der Vodafone Stiftung partnerschaftlich an der Weiterentwicklung der Düsseldorfer Potenzialanalyse. Alle neuen und überarbeiteten Übungen wurden dabei immer wieder in der Praxis erprobt.

Die weiterentwickelte Düsseldorfer Potenzialanalyse ist als Werkzeugkasten konzipiert, der in einer ein- und einer zweitägigen Variante durchgeführt werden kann. Er ist variabel in allen Schulformen einsetzbar und kann entsprechend der Bedarfe der Gruppe zusammengestellt werden. Neben den bewährten, sprach- und kultursensibel überarbeiteten Übungen enthält er auch neue Übungsformate.

Das Handbuch mit dem Konzept der Düsseldorfer Potenzialanalyse finden Sie hier.

Die weiterentwickelte Potenzialanalyse wird auch im Rahmen der KAoA-kompakt eingesetzt.

Potenzialanalyse für FÖS LE/ESE

Gemeinsames Lernen:
Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkten LE/ESE im Gemeinsamen Lernen nehmen im Klassenverband an der eintägigen KAoA-Potenzialanalyse teil.

Förderschulen:
Bei der Düsseldorfer Potenzialanalyse für Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Lernen oder Emotionale soziale Entwicklung handelt es sich um ein erweitertes Format, das den besonderen Anforderungen der Teilnehmenden gerecht wird.

Sie wird an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt und bietet damit sowohl den Schüler*innen als auch den Beobachter*innen mehr Zeit, sich auf die Stärken und Interessen der Jugendlichen zu konzentrieren. Darüber hinaus ist das Verfahren um ein Kompetenzspiel ergänzt worden, dessen Ergebnis die Schüler*innen im Anschluss mit in die Schule nehmen dürfen. So kann die Potenzialanalyse als Erfolgserlebnis wahrgenommen und im späteren Unterricht konkret reflektiert werden.

Die Auswertung und Nachbereitung der Ergebnisse erfolgen analog zur eintägigen Potenzialanalyse. Bei Bedarf kann das Auswertungsgespräch auf bis zu 45 Minuten verlängert werden.

Erklärfilme

Erklärfilm zur Potenzialanalyse für Schülerinnen und Schüler:

 

Erklärfilm zur Potenzialanalyse für Eltern:

 

Ihr Ansprechpartner

André Odenthal
Kommunale Koordinierung Düsseldorf
0211 899 41 02
andre.odenthal@duesseldorf.de