KAoA-kompakt

Kein Abschluss ohne Anschluss kompakt (KAoA-kompakt)

Mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 wurde das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ um „KAoA-kompakt“ ergänzt. KAoA-kompakt ermöglicht Schülerinnen und Schülern, die bisher noch keine berufliche Erstorientierung erhalten haben, zentrale Bausteine von KAoA nachzuholen. Die Zielgruppe von KAoA-kompakt sind neu zugewanderte, schulpflichtige Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen an allgemeinbildenden Schulen sowie aus den Internationalen Förderklassen an Berufskollegs. Zudem werden Jugendliche in den 10. Klassen einbezogen, die, z. B. aufgrund eines Wohnortwechsels, bisher noch nicht an KAoA teilgenommen haben.

KAoA-kompakt kombiniert folgende Elemente von KAoA:

  • eine zweitägige, auf die Zielgruppe zugeschnittene Potenzialanalyse,
  • drei Tage Berufsfelderkundungen, bei Bedarf inkl. einer Orientierung zum deutschen Ausbildungssystem am dritten Tag,
  • drei Tage Praxiskurse.

Alle drei Elemente werden bei einem Bildungsträger, der über speziell für die Zielgruppe von KAoA-kompakt ausgewiesene interkulturelle Kompetenzen verfügt, durchgeführt.

KAoA-kompakt für die Schulen der Sekundarstufe I

KAoA-kompakt für Internationale Förderklassen an Berufskollegs

Elterninformation zu KAoA-kompakt

Einwilligungserklärung KAoA-kompakt

(Die Elterninformation sowie die Einwilligungserklärung liegen in weiteren Sprachen unter dem Punkt Praxishilfen vor.)

An den Lebensbiografien junger Menschen wird deutlich, dass sie aus sehr unterschiedlichen Lebenswelten die verschiedensten Erfahrungsschätze, Ressourcen, Interessen und Stärken zur Gestaltung ihrer Zukunft mitbringen. Ein Konzept zur Berufsorientierung muss an dieser Vielfalt ansetzen und Verfahren entwickeln, die es den jungen Menschen ermöglichen, sich ihrer Ressourcen, Interessen und Stärken bewusst zu werden und sie ermutigen, diese zur Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft einzusetzen.

Ein bewährtes Instrument für den Einstieg in die Berufsorientierung ist die Düsseldorfer Potenzialanalyse. Die Praxis hat gezeigt, dass eine Weiterentwicklung der KAoA-Potenzialanalyse erforderlich ist, um die vielfältigen Bedarfe einer sich verändernden Schülerschaft, wie beispielsweise die Zunahme von Schülerinnen und Schülern mit Fluchthintergrund, einzubeziehen.

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Mit der Implementierung von KAoA-kompakt in das Landesprogramm erfolgte innerhalb Düsseldorfs der Startschuss zur Neuausrichtung und Erweiterung der Düsseldorfer Potenzialanalyse. Ziel dabei war es, die bewährten Übungen sprach- und kultursensibel auszurichten und für die im Rahmen von KAoA-kompakt neu hinzugekommene Zielgruppe, für die unter anderem eine zweitägige Potenzialanalyse vorgesehen ist, passgenaue Materialien zu entwickeln und zu erproben.

Zur Erreichung dieses Ziels wurde innerhalb der Landeshauptstadt Düsseldorf ein Team zusammengestellt, das sich ein knappes Jahr mit dem Thema beschäftigte. Unter der Federführung der Vodafone Stiftung wurde die dazu erforderliche Fachexpertise in einem multiprofessionellen Team gebündelt und über die wissenschaftliche Leitung durch Frau Prof. Dr. Petra Lippegaus-Grünau von der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld gesichert.
So arbeiteten die Kommunale Koordinierung und das Kommunale Integrationszentrum seitens der Landeshauptstadt Düsseldorf mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft sowie der Vodafone Stiftung partnerschaftlich an der Weiterentwicklung der Düsseldorfer Potenzialanalyse.

Alle überarbeiteten und neu entstandenen Übungsformen wurden immer wieder von Fachkräften in der Praxis erprobt.

Das Konzept sowie die wissenschaftlichen Grundlagen der weiterentwickelten Düsseldorfer Potenzialanalyse finden Sie hier.

Die Düsseldorfer Potenzialanalyse im Rahmen von KAoA-kompakt findet an zwei Tagen statt und wurde im Schuljahr 2016/17 innerhalb Düsseldorfs mit knapp 600 Schülerinnen und Schülern durchgeführt.

Der erste Tag beginnt, wie bei der KAoA-Potenzialanalyse, mit einem auf dem RIASEC-Modell basierenden Interessenfragebogen. Bei KAoA-kompakt wird eine Text-Bild-Version des Fragebogens eingesetzt, bei welcher die Items zusätzlich durch Beispielfotos visualisiert werden und so das Leseverstehen unterstützen.

Die im Anschluss folgenden sechs handlungsorientierten Übungen wurden sprach- und kultursensibel überarbeitet und an zwei Stellen durch neue, speziell auf die Bedarfe der Schülergruppe abgestimmte Übungen ersetzt. Jede Übung beinhaltet nun eine ergänzende Zeichnung, eine neu strukturierte und sprachlich angepasste Anleitung für die Teilnehmer/-innen sowie ein auf die Teilnehmeranleitung abgestimmtes Wörterbuch. Diese neuen Elemente tragen zur sprachlichen (Vor-)Entlastung bei und sichern das Verständnis der Übung. Die handlungsorientierten Übungsformen werden weiterhin in Anlehnung an die Assessment-Center-Methode standardisiert beobachtet.

Am zweiten Tag der Potenzialanalyse werden interkulturelle sowie an der Biografie orientierte Übungen durchgeführt. Bei diesen Verfahren können die Schülerinnen und Schüler auch interkulturelle sowie informell erworbene Kompetenzen, wie z. B. Mehrsprachigkeit oder berufliche Vorerfahrungen, einbringen. Ein solcher Ansatz macht auch Jugendlichen mit brüchigen Schulbiografien ihre Stärken und Talente bewusst und ermutigt sie zur Auseinandersetzung mit beruflichen Perspektiven. Dies übersteigt die Möglichkeiten standardisierter Beobachtungen, sodass am zweiten Tag eine offene, teilnehmende Beobachtung eingesetzt wird.

Im Anschluss an die Potenzialanalyse erfolgt ein individuelles Auswertungsgespräch von etwa 20-30 Minuten Dauer und der/die Jugendliche erhält ein Zertifikat, auf welchem detailliert auf seine im Laufe der Potenzialanalyse sichtbar gewordenen Kompetenzen eingegangen wird.

Im Anschluss an die Potenzialanalyse lernen die Schülerinnen und Schüler an drei eintägigen, trägergestützten Berufsfelderkundungen drei verschiedene Berufsfelder kennen. Dabei erhalten sie einen theoretischen und praktischen Einblick in die grundlegenden Arbeitsabläufe und Tätigkeiten dieser Berufsfelder.
Der dritte Tag kann bei Bedarf genutzt werden, um den Jugendlichen das deutsche Schul- und Ausbildungssystem vorzustellen, zum Beispiel hinsichtlich möglicher Schulabschlüsse, weiterer Bildungswege und dem dualen Ausbildungssystem.

Die dreitägigen Praxiskurse vermitteln vertiefende Einblicke in einzelne Berufsfelder bzw. berufliche Tätigkeiten. Die Jugendlichen erfahren am Beispiel von ein oder zwei Berufsfeldern, welche Anforderungen hinsichtlich beruflicher Fertigkeiten und Handlungskompetenzen sie in einer Ausbildung in diesem Berufsfeld erwarten würden. Die Praxiskurse orientieren sich an den 16 Berufsfeldern der Agentur für Arbeit.

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Fragen!

Ansprechpartner:

André Odenthal, Kommunale Koordinierung Düsseldorf
0211 – 89 94102
andre.odenthal@duesseldorf.de