Girl’sDay / Boy’sDay: Auch in Düsseldorf fehlen Frauen in Männerberufen – und umgekehrt

Immer mehr Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, während auf dem Arbeitsmarkt junge Fachkräfte fehlen. Der jährliche Aktionstag Girls’Day bringt seit 2001 technische und naturwissenschaftliche Berufe näher – eine gute Initiative, denn in vielen dieser männertypischen Berufen fehlt der Nachwuchs. Doch auch in frauentypischen Berufen mangelt es an männlichen Fachkräften, sagt Christoph Sochart vom Düsseldorfer Kompetenzzentrum Übergang Schule/Hochschule-Beruf.

Die Sozialverbände klagen seit Jahren über Engpässe bei den Gesundheits- und Krankenpflegern sowie den Altenpflegern – Berufe, die als frauentypisch gelten. Gerade einmal 20 bis 25 Prozent der Schüler, die eine Ausbildung in diesem Bereich anfangen, sind männlich. Bei Erziehern, ebenfalls ein Beruf mit großen Engpässen, ist es sogar nur jeder fünfte. Seit 2011 findet deshalb parallel zum Girls’Day der bundesweite Boys’Day statt, der jungen Männern jene für sie neuen Berufe nahebringt, in denen der Anteil von weiblichen Beschäftigten besonders hoch ist.

Ein Problem sind hier die Verdienstmöglichkeiten. Doch Geld ist für junge Menschen nicht alles. Studien zeigen, dass eine erfüllende und sinnstiftende Arbeit für viele Jugendliche genauso wichtig ist. Darauf müssten die Unternehmen achten und sich bei den Jugendlichen frühzeitig als attraktive Arbeitgeber positionieren, betont Christoph Sochart.

Aber, wie durchbricht man eingefahrene Rollenklischees? “Am besten durch Vorbilder”, sagt Christoph Sochart. Unternehmen könnten zum Beispiel Mitarbeiter in die Schulen schicken, um über vermeintliche Frauenberufe zu informieren – und natürlich umgekehrt. Oder sie holen sich am Girls‘Day und Boys’Day den Nachwuchs direkt ins Haus. Für diese Aktionstage spricht, dass sich die Zahlen der Ausbildungs- und Studienanfängerinnen in technischen Bereichen seit Einführung des Girls’Days positiv entwickeln. Mit gut 21.000 Studienanfängerinnen in den Ingenieurwissenschaften haben zuletzt so viele Frauen wie noch nie ein Technikstudium begonnen.